Der Exitplan

Symbolbild | © Alex Holyoake

Die Stimmen werden laut, die Stimmung immer schärfer, denn die Menschen in Deutschland haben genug von ihren eigenen vier Wänden und würden am liebsten bei Sonnenstrahlen draußen mit Freunden und Verwandten sitzen und das schöne Frühlingswetter genießen. Der Corona-Virus bestimmt jedoch seit einigen Wochen unser leben (siehe: Veränderungen durch Corona).

Heute treffen sich Länder- und Bundesregierung um über den “Exitplan” zu sprechen. Dieser Plan soll den Menschen Hoffnung geben, in dem er aufweist wann und wie die Quarantäne-Maßnahmen gelockert werden. Im Fokus ist dabei auch die Bildung.

Wann öffnen unsere Schulen wieder?

Die Wissenschaftler*innen empfehlen zunächst die Klassen 1 – 10 zu unterrichten, in Klassengrößen von bis zu 15 Personen. Eine Umsetzung solcher Regelungen sollte für viele Schulen jedoch kaum umsetzbar sein. Auch an unserer Schule sieht die Schülervertretung ein solches Vorgehen kritisch. Es werde kaum möglich sein Klassen von 30 Schüler*innen in zwei Gruppen zu teilen und dann die doppelte Klassenanzahl zu unterrichten. Raum- und Zeitkapazitäten werden das wahrscheinlich nicht hergeben, wie auch die Planungskapazität der Schulleitung. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die jüngeren Klassen schwerere Probleme mit Online-Unterricht haben als die Sekundarstufe 2, weswegen diese “regulär” Unterrichtet werden sollten.

Die Politiker*innen wollen zumeist die Abschlussklassen unterrichten lassen, um ihre Abschlüsse nicht zu verzögern und weiter zu erschweren. Die Aufschreie der Abiturienten vieler Bundesländer fordern nun sogar eine alternative Bewertung. Die Landesschülervertretung Berlin sieht dabei sogar die Möglichkeit zweigleisig zu fahren. Schüler*innen sollten laut Ihnen wählen können, ob sie eine Jahresnote bekommen oder eine reguläre Abiturprüfung ablegen, so könnten Hygienebestimmungen leichter eingehalten und Schüler*innen die einer Risikogruppen angehören geschont werden. Eine solche Lösung müsste dann vom jeweiligen Bundesland erlassen werden.

Der bayerische Ministerpräsident Söder warnte davor einen Wettkampf um Schulöffnungen zu beginnen. Dabei sehe er auch in der Öffnung von Grundschulen mehr Gefahren als Chancen. Im Interview mit den Tagesthemen (ARD) sagte er: “Bei den Abschlussprüfungen, glaube ich, kann man großzügig sein, denn die Schülerinnen und Schüler brauchen ja einen Abschluss auch für den weiteren Berufsweg” und schloss sich damit Laschet an.

Der deutsche Lehrerverband, sieht eine Schulöffnung nach den Osterferien als verantwortungslos. Die Schulen bräuchten Zeit um sich auf einen kommenden eingeschränkten Schulbetrieb vorzubereiten, beispielsweise in der Hygienemittel-Ausstattung und Möblierung der Klassensaäle. Zudem könne eine Lockerung nur für einzelne Jahrgänge gelten, da kleinere Gruppen gebildet werden müssen.

Die Schülervertretung sieht eine Schulöffnung von mehreren Jahrgängen zugleich kritisch. Schnell könne sich der Virus im Schulgebäude, in engen Fluren und stickigen Klassenräumen unter hunderten Schüler*innen verteilen. Für die Abschlussklassen 9 und 10 sollten jetzt jedoch Lösungen gefunden werden, wie sie in kleineren Gruppen, möglicherweise mit Kurzstunden unterrichtet werden, sodass sie zum Ende des Schuljahres regulär ihren Abschluss erhalten. Dies sei für das zukünftige Berufsleben entscheidend. Jedoch sei auch zu beachten, dass auch Schüler*innen dieser Jahrgänge möglicherweise zu einer Risikogruppe gehören. Für diese sei eine faire Lösung zu finden. Schüler*innen können sich bereits jetzt an die Schülervertretung wenden, sollten Sie einer Risikogruppe angehören, um ihre Rechte bei einer teilweisen Öffnung der Schule durchzusetzen (Kontakt: kontakt@sv-igs-speyer.de).

Hygienemaßnahmen seien nun nicht mehr nur ein dringender Wunsch der Schüler*innen, der unsere Schulleitung nur nach einer längeren Diskussion zustimmte sondern eine Pflicht der Schule. Die Schülervertretung wünscht sich daher ein vorbildhaftes Vorgehen der Schulleitung nach den ersten Schritten der SV, die mit Plakaten im Schulhaus das Thema Hygiene vor der Krise zum aktuellen Thema an unserer Schule brachte. Auch der Schulelternbeirat sprach sich für die Versorgung von den Schüler*innen mit Seife auf den Toiletten aus, die zunächst von der Schulleitung aufgrund von Wandalismus nicht mehr aufgefüllt wurde.

Update 18.00 Uhr, 15.04.2020

Was sich schon seit Tagen abzeichnete, bestätigte sich nun um 18 Uhr des 15. April: Die Schulen, und damit auch andere Sonderregeln wie die Kontaktsperre, bleiben vorerst erhalten. Diese Regelungen bleiben bis zum 3. Mai 2020. Ab dem 4. Mai soll nach jetzigem Stand die Schulen, Universitäten, etc wieder öffnen. Sollten die Infektionszahlen allerdings wieder stetig steigen, behält sich die Regierung vor, die Regelungen nochmal zu verlängern.

Wenn die Schulen öffnen, soll dies eine Stufenweise geschehen, wobei die Abschlussklassen hohe Priorität haben. Was noch nicht klar ist, ob zunächst die Oberstufe wieder in die Schule kann, weil sich die älteren besser an die Regeln halten können oder zu erst die Grundschüler wieder dürfen, da sie mit Online-Unterricht oft hadern.

Auch beschloss die Bundesregierung, Geschäfte die nicht größer als 800 Quadratmeter sind, ab nächster Woche wieder zu öffnen. Außerdem werden alle Großveranstaltungen bis Ende August nicht stattfinden.

– Dominik Schrenk

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Hey, mein Name ist Noah Sawallisch. Ich bin in der 13.Klasse und seit 8 Jahren in der Redaktion "Offbeat" als Autor und seit 6 Jahren auch als Gestalter der neuen Webseite tätig. Meine persönlichen Interessen liegen in der Politik, der Medizin und in den Wissenschaften. Neben der Schülerzeitung findet ihr mich auch in der Schülervertretung. Kontakt: Noah.Sawallisch@newsimnetz.de